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Wenn man längere Zeit nicht schlafen kann, sind Schlafmittel oft die erste Lösung, an die man denkt. Es ist jedoch wissenschaftlich erwiesen, dass Schlafmittel keine Lösung für chronische Schlaflosigkeit (Insomnie) bieten und dass eine Verhaltenstherapie gegen Schlaflosigkeit, wie z.B. die Somnio Schlaftherapie, effektiver ist. Nichtsdestotrotz greifen viele Menschen zu Schlafmitteln, um Schlafprobleme zu behandeln. Dies geschieht trotz internationaler Leitlinien für Hausärzte, die empfehlen, dass Schlafmittel nur in Notfällen kurzzeitig, d.h., nicht länger als 2 Wochen, eingenommen werden sollten. Schlafmittel sind keine Lösung für Schlafprobleme, sondern verschleiern sie nur. Die Ursache des Problems wird nicht beseitigt.

In den Niederlanden werden Schlafmittel daher seit 2009 nur noch in Ausnahmefällen von der Krankenversicherung übernommen. Das niederländische Gesundheitsministerium hofft dadurch den chronischen Gebrauch von Schlafmitteln zu vermindern und die gesundheitlichen Nachteile bei Langzeiteinnahme zu verringern.

Es gibt viele Arten von Schlafmitteln, von Kräutermitteln über homöopathische Mittel bis hin zu verschreibungspflichtigen Schlafmedikamenten. Im Folgenden können Sie mehr über diese verschiedenen Arten von Schlafmitteln lesen.
Verschreibungspflichtige Schlafmedikamente
Rezeptfrei erhältliche Schlafmittel
Verschreibungspflichtige Schlafmedikamente
Häufig werden Benzodiazepine als Schlafmittel verschrieben. Die Wirkung der Benzodiazepine beruht auf der Reizung der so genannten GABA-Rezeptoren im Gehirn. GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) ist ein Botenstoff, der Signale zwischen Nervenzellen überträgt. GABA hat eine hemmende (inhibierende) Wirkung auf Nervenzellen, die durch Benzodiazepine verstärkt wird. Hierdurch können Benzodiazepine das Bewusstsein vermindern, Angst reduzieren, Muskelspannung verringern und epileptischer Aktivität entgegenwirken. Benzodiazepine werden darum bei Schlafproblemen, Angstbeschwerden oder Epilepsie verschrieben.

Die verschiedenen Benzodiazepine unterscheiden sich in ihrer Wirkungsschnelligkeit und Wirkungsdauer. Diese Unterschiede sind wichtig, um zu bestimmen, welches Mittel man am besten bei bestimmten Schlafproblemen einnehmen kann. Bei Durchschlafproblemen werden oft Mittel mit langer Wirkungsdauer angewandt. Jedoch können durch die lange Wirkungsdauer tagsüber unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. So kann beispielsweise das Autofahren gefährlich werden. Außerdem ist es möglich, dass die Dosis vom Vortag noch nicht abgebaut wurde, wenn die folgende Dosis eingenommen wird, so dass es zu einer Summierung der Wirkungen kommen kann.

Die Einnahme von Benzodiazepinen kann zur Abhängigkeit führen, d.h.,
  • der Körper gewöhnt sich an das Mittel. Die Wirkung nimmt ab und im Laufe der Zeit braucht man eine höhere Dosis.
  • man fühlt sich psychisch abhängig.
  • wenn man abrupt mit der Einnahme stoppt, treten Entzugserscheinungen auf und die Schlafprobleme kommen in verstärktem Maße zurück.


  • Benzodiazepine sind relativ „sichere“ Arzneimittel. In der ersten Einnahmewoche besteht ein erhöhtes Unfallrisiko aufgrund des verminderten Reaktionsvermögens sowie Koordinationsstörungen und dem Auftreten von Muskelschwäche. Weitere bekannte Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Schläfrigkeit und Benommenheit.

    Beispiele von Benzodiazepinen:

    Wirkstoff Handelsname
    Diazepam u.a. Diazepam-ratiopharm, Faustan, Stesolid, Valiquid, Valium
    Flunitrazepam Flunibeta, Fluninoc, Flunitetrazepam rat., Rohypnol
    Flurazepam Staurodorm, Dalmadorm
    Loprazolam Dormonoct
    Lorazepam Laubeel, Tavor, Temesta
    Lormetazepam Ergocalm, Lorametazepam rat., Noctamid
    Midazolam Dormicum
    Nitrazepam Dormo-Puren, Imeson, Novanox, Nitrazepam AL
    Temazepam Planum, Temazep-CT, Remestan


    Z-Schlafmittel

    Vor einigen Jahren sind neue Schlafmittel auf den Markt gekommen, die in ihrer Wirkung den Benzodiazepinen ähneln, aber nicht zur selben Arzneimittelfamilie gehören. Die anfängliche Behauptung, dass diese Medikamente nicht abhängig machen, wurde in der letzten Zeit abgeschwächt.

    Beispiele sind:

    Wirkstoff Handelsname
    Zolpidem Bikalm, Stilnox
    Zopiclon Ximovan, Optidorm


    Weitere Schlafmittel

    Melatonin ist ein Hormon, das von der Zirbeldrüse im Gehirn hergestellt wird. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Wirkungsweise der biologischen Uhr, die u.a. den Schlaf-Wach-Rhythmus regelt. Die Melatoninausschüttung erreicht ihren Höhepunkt, bevor wir schlafen gehen. Künstliches Melatonin wird als Mittel gegen Jetlag und als Schlafmittel angewandt. Die Anwendung von Melatonin als Schlafmittel ist jedoch nur zu empfehlen, wenn auch wirklich ein Melatoninmangel besteht. Ein solcher Mangel kan mit Hilfe eines Speicheltests festgestellt werden. Auf dieser Grundlage kann dann entschieden werden, OB und zu welchem Zeitpunkt Melatonin eingenommen werden sollte.

    Bis 2008 war Melatonin nicht als Arzneimittel registriert, sondern nur als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. In den 90er Jahren wurde es in Deutschland vom Markt genommen, da seine Unbedenklichkeit nicht nachgewiesen war. Seit 2008 ist Melatonin unter dem Namen Circadin rezeptpflichtig zugelassen. Circadin ist in der Form von so genannten Retardtabletten (2 mg) erhältlich, die den Wirkstoff langsam über mehrere Stunden freigeben und daher eine längere Wirkungsdauer erzielen. Das Mittel wird im Moment zur Behandelung von Patienten über 55 Jahren empfohlen, da die natürliche Melatoninproduktion im Alter abnimmt und Melatonin nur bei Melatoninmangel wirksam ist.

    Nützliche Links
    Wegweiser Psychopharmaka - Lexikon: www.wegweiser-psychopharmaka.de/lexikon
    Gesundheit Heute: www.gesundheit-heute.de
    Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM): www.dgsm.de
    Österreichische Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung: www.schlafmedizin.at
    Rezeptfrei erhältliche Schlafmittel
    Von vielen frei erhältlichen Schlafmitteln, wie Kräutermitteln, homöopathischen Mitteln oder Nahrungergänzungsmitteln, wird behauptet, dass sie eine schlaffördernde Wirkung haben. Wie für verschreibungspflichtige Schlafmittel gilt auch für diese Mittel, dass sie sich nur auf die Symptome der Schlafprobleme richten und die Ursache nicht beseitigen.

    Kräutermittel haben einen großen Nachteil: Ihre Qualität und Sicherheit wird nicht von einer unabhängigen Instanz kontrolliert. Dass diese Mittel aus natürlichen Kräutern bestehen, bedeutet nicht automatisch, dass ihre Einnahme sicher ist und dass sie keine Nebenwirkungen haben. Die Wirkung der meisten Kräutermittel ist kaum untersucht und das Wissen darüber basiert hauptsächlich auf Erfahrungsberichten.

    Homöopathische Mittel basieren auf dem Prinzip, dass man eine Krankheit heilen kann, wenn man dem Patienten in stark verdünnter Form ein Mittel gibt, das in normaler Dosierung die Symptome dieser Krankheit verursachen würde.

    Beispiele von Kräutermitteln oder homöopathischen Substanzen:
    Johanneskraut, vor allem bei milder Depressivität angewandt
    Baldrian, beruhigende Wirkung auf das zentrale Nervensystem
    Passionsblume, beruhigend

    Tryptophan

    Tryptophan ist eine im Gehirn vorkommende Aminosäure, die bei der Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus eine wichtige Rolle spielt und positiv auf den Schlaf zu wirken scheint. Der Stoff kommt auch in warmer Milch mit Honig vor, einem Getränk, das oft als natürliches Schlafmittel verwendet wird. Wegen Verunreinigungen durch den Herstellungsprozess, die mehrere Todesfälle zur Folge hatten, wurde das Mittel 1989 vom Markt genommen. Mittlerweile ist L-Tryptophan in rezeptpflichtiger sowie rezeptfreier, apothekenpflichtiger Form wieder erhältlich, kann aber starke Nebenwirkungen haben, wie z.B. Benommenheit, Übelkeit, Anorexie und manisches Verhalten.



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