Etwa 10 - 15% der Bevölkerung leiden häufig unter
Schlaflosigkeit.
Die Mehrheit davon ist weiblich. Wie kommt das? Beklagen Frauen sich häufiger als Männer? Die Ursache liegt vor allem in den großen hormonalen Veränderungen, die typischerweise im Leben einer Frau auftreten, wie die Menstruation, eine Schwangerschaft und die Wechseljahre.
Wenn man nur ab und zu schlecht schläft, können verschiedene Tipps helfen die Beschwerden zu verringern. Bei chronischen Einschlaf- und Durchschlafproblemen hilft eine verhaltenstherapeutische, psychologische
Schlaftherapie
am besten.
Während des menstruellen Zyklus treten im Körper der Frau einige Veränderungen auf, die die Schlafqualität beeinflussen können. Die Ursache hierfür liegt in den zyklischen Schwankungen der Hormone Östrogen und Progesteron. Die Progesteronausschüttung nimmt nach dem Eisprung zu und kann dazu führen, dass die Frau sich müde und schläfrig fühlt. Wenn die Blutung beginnt, schlafen viele Frauen schlechter und fühlen sich oft müde. Einige Frauen haben in der Woche vor dem Beginn der Menstruation Symptome des prämenstruellen Syndroms (PMS), wie unter anderem Kopfschmerzen, Gereiztheit und Bauchkrämpfe. Auch dadurch schlafen viele Frauen schlechter, wobei Schlaflosigkeit dann eben so oft auftritt wie übermäßiger Schlaf.
Schlaf während der Schwangerschaft
Die Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt des Babys können wunderschöne Zeitabschnitte sein. In dieser Periode können jedoch auch viele Schlafprobleme auftreten. Übelkeit, Druck auf die Blase, Krämpfe und, nicht zu vergessen, die Bewegungen des Kindes in der Gebärmutter können den Schlaf erheblich verstören. Auch emotionell ist eine schwangere Frau labiler und die Schwangerschaft wird nicht immer nur positiv erlebt. In den ersten Monaten der Schwangerschaft produziert die Frau viel mehr Progesteron, ein Hormon, das Schläfrigkeit verursachen kann. Hierdurch kann der Schlafrhythmus verstört werden. Auch kann der Druck des wachsenden Fötus auf die Blase dazu führen, dass man nachts öfter wach wird und Wasser lassen muss. Dies wird nach dem dritten Monat etwas besser, wenn das Baby weniger auf die Blase drückt.
Wie zu erwarten war, treten die meisten Schlafprobleme während der letzten 3 Monate der Schwangerschaft auf. Es wird immer schwieriger eine bequeme Schlafposition zu finden, die Bewegungen des Babys sind deutlich zu fühlen und der Druck auf die Blase nimmt wieder zu. Bei der werdenden Mutter können Sodbrennen oder Krämpfe auftreten.
Nach der Geburt des Babys können in den ersten 2 - 3 Monaten natürlich die typischen Probleme auftreten, die zu einer jungen Mutterschaft gehören. Durch die nächtliche Versorgung des Babys wird der Schlaf unterbrochen und es ist wahrscheinlich, dass die Frau an Schlaflosigkeit leidet. Zum Glück ist diese Situation vorübergehend, jedoch kann dies manchmal der Beginn eines
lang anhaltenden Schlafproblems
sein.
Was können Sie tun, um Schlafprobleme zu verringern?
Um Übelkeit zu vermindern, ist es ratsam, um über den Tag verteilt Zwieback oder Cracker zu essen. Diese sorgen dafür, dass der Magen voll bleibt, verursachen aber keine Übelkeit.
Trinken Sie viel, aber nicht kurz vor dem Schlafengehen.
Stark gewürztes Essen oder Nahrungsmittel mit hohem Säuregehalt (zum Beispiel Tomaten) können Sodbrennen verursachen, wenn man zu viel davon isst. Das Gleiche gilt auch für Gebratenes.
In den letzten Monaten können Sie am besten auf der (linken) Seite schlafen, da Ihr Unterleib dann am besten durchblutet wird. Ein spezielles Schwangerschaftskissen kann dabei helfen. Vermeiden Sie es lange auf dem Rücken zu liegen.
Wenn es möglich ist, kann ein kurzes Schläfchen am Nachmittag Wunder verrichten.
Schlafmittel
sind nie gut und sollten während der Schwangerschaft gänzlich vermieden werden. Vorsicht ist geboten bei Kräutermitteln, von denen keine Auswirkungen auf die Schwangerschaft bekannt sind.
Wenn das Baby da ist und Ihr Schlaf oft gestört wird, versuchen Sie tagsüber zu schlafen, wenn Ihr Baby schläft.
Schlaf während der Wechseljahre (Menopause)
Während der Wechseljahre verändert sich viel im Körper der Frau. Im Laufe einiger Jahre produzieren die Eierstöcke langsam immer weniger Östrogen und Progesteron, bis die Menstruation schließlich vollständig stoppt. Diese Periode nennt man Perimenopause. Den Tag, an dem die letzte Menstruation ausgeblieben ist, nennt man Menopause. Erst nachdem die Menstruation 12 Monate lang ausgeblieben ist, hat man die Postmenopause erreicht. Im Durchschnitt geschieht dies im Alter von ca. 50 Jahren.
Die meisten Schlafprobleme treten vor der Postmenopause auf. Diese betreffen vor allem das nächtliche Wachwerden durch Hitzewallungen und Schwitzen, aber auch
Schlaflosigkeit,
Schnarchen und
Apnoe.
Oft treten die Beschwerden im Zusammenhang mit Depressionen und Angst auf. Auch nachdem die Menopause erreicht ist, wird der Schlaf im Allgemeinen als schlechter erfahren. Mehr als 60% der Frauen klagen dann über Schlaflosigkeit.
Vorsicht ist geboten bei der Einnahme von Mittelchen gegen Wechseljahrsbeschwerden. Viele dieser Mittel haben Nebenwirkungen. Besprechen Sie die Einnahme eines solchen Mittels erst mit Ihrem Hausarzt.
Schlaftipps für die Wechseljahre
Vermeiden Sie schwere Mahlzeiten vor dem Schlafen und achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht. Stark gewürztes oder saures Essen kann Hitzewallungen verursachen. Sojaprodukte können Hitzewallungen vermindern. Aber Vorsicht, auch Sojaprodukte können Nebenwirkungen haben.
Nikotin, Koffein und Alkohol können Sie vor dem Zu-Bett-Gehen besser vermeiden.
Ziehen Sie nachts nur leichte Kleidung an. Verwenden Sie kein schweres Deckbett. Ein zusätzliches Bettlaken kann nützlich sein, so dass Sie das Deckbett zur Seite legen können, wenn es Ihnen zu warm wird.
Entspannen Sie sich regelmäßig und bewegen Sie sich ausreichend.
Nützliche Links:
Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM):
www.charite.de/dgsm